Labor-Smaragd und Labordiamant

Sämtliche Steine des Hauses Carron Olivier werden im Labor gezüchtet. Diese Seite erklärt ohne Beschönigung, was das genau bedeutet.

Ein im Labor gezüchteter Stein ist keine Imitation

Drei Dinge, die häufig verwechselt werden, sind zu unterscheiden.

Ein abgebauter Stein ist in der Erdkruste entstanden und aus einer Mine gefördert worden.

Ein im Labor gezüchteter Stein — synthetisch genannt — hat dieselbe chemische Zusammensetzung, dieselbe Kristallstruktur, dieselbe Härte und denselben Brechungsindex wie sein abgebautes Gegenstück. Ein Labordiamant ist kristallisierter Kohlenstoff: Er ist ein Diamant. Ein hydrothermaler Smaragd ist durch Chrom gefärbter Beryll: Er ist ein Smaragd. Nur die Herkunft unterscheidet sich, und ein gut ausgestattetes gemmologisches Labor erkennt sie.

Eine Imitation — Zirkonia, Moissanit, gefärbtes Glas, Dublette — gleicht dem Stein, ohne dessen Zusammensetzung zu teilen. Wir verwenden keine.

Wie sie hergestellt werden

Der hydrothermale Smaragd

Das hydrothermale Wachstum bildet im Autoklaven die natürlichen Entstehungsbedingungen nach: Eine wässrige Lösung unter hohem Druck und hoher Temperatur lagert den Beryll langsam auf einem Kristallkeim ab. Der Vorgang dauert mehrere Wochen. Er ergibt Kristalle von grösserer Reinheit als die meisten abgebauten Smaragde, die fast immer einen jardin von Einschlüssen aufweisen.

Der Labordiamant

Zwei Verfahren bestehen nebeneinander. HPHT (hoher Druck, hohe Temperatur) bildet die Bedingungen des Erdmantels nach. CVD (chemische Gasphasenabscheidung) lässt den Kohlenstoff bei niedrigem Druck Schicht für Schicht wachsen. Beide ergeben echte Diamanten, die nach derselben 4C-Skala wie abgebaute Steine bewertet werden.

Die Zertifizierung

Den Mittelsteinen unserer Verlobungsringe liegt ein IGI-Zertifikat bei, das Farbe, Reinheit, Schliff, Gewicht und Wachstumsmethode ausweist. Unsere Mittelsteine haben die Farbe D und die Reinheit VVS — in beiden Kriterien das obere Ende der Skala.

Jedes Stück wird zudem mit einem Zertifikat über die Zusammensetzung geliefert, das den Goldfeingehalt und die Art jedes Steins angibt. Der Hinweis «im Labor gezüchtet» ist dort ausdrücklich vermerkt: Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verlangt eine unmissverständliche Bezeichnung der Herkunft der Steine — und alles andere ergibt für uns ohnehin keinen Sinn.

Was das am Preis ändert

Das ist der eigentliche Grund für diese Wahl. Ein abgebauter Smaragd von klarem Grün, wenig eingeschlossen und ungeölt, erreicht Preise, die den Stein einer sehr kleinen Kundschaft vorbehalten. Ein abgebauter Diamant von einem Karat, D VVS, liegt in derselben Grössenordnung.

Der im Labor gezüchtete Stein verschiebt diese Grenze erheblich. Er erlaubt das volle Karat dort, wo das Budget nur ein halbes zugelassen hätte, und eine gewählte statt einer hingenommenen Farbe. Der Preis unserer Ringe — von 790 bis 2'250 Franken je nach Goldfeingehalt — beruht vollständig auf dieser Verschiebung.

Die Frage des Wiederverkaufs

Seien wir deutlich: Ein im Labor gezüchteter Stein wird nicht zum Preis eines abgebauten weiterverkauft, und sein Sekundärmarkt ist wenig etabliert. Der Wiederverkaufswert unserer Stücke liegt in erster Linie im massiven, punzierten und wägbaren Gold. Wer Schmuck als Anlage kauft, sollte das wissen. Wer Schmuck kauft, um ihn zu tragen, muss sich darum nicht kümmern.

Härte und Pflege

Der Diamant erreicht — abgebaut wie im Labor gezüchtet — den Wert 10 auf der Mohs-Skala: Nichts zerkratzt ihn. Der Smaragd liegt zwischen 7,5 und 8, bleibt aufgrund seiner Struktur aber stossempfindlich. Er ist daher wie ein abgebauter Smaragd zu behandeln: kein Ultraschallreiniger, keine chlorhaltigen Produkte, und der Ring wird vor Sport und Abwasch abgelegt.

Eine Frage zu einem bestimmten Stein? Schreiben Sie uns an carronetolivier@gmail.com.